Fashion Lifestyle

Designer – Interview: Hoertingersolak

Februar 11, 2016

fashion designer interview


„Wenn deine Mutter anfängt das zu tragen,
was du trägst, dann weißt du,
dass es langsam an der Zeit für einen neuen Trend ist.“

 

Dennis Hörtinger (24) und Hakan Solak (22) sind Studenten der Fahmoda Akademie für Mode und Design Hannover und präsentieren am 27.Februar 2016 ihre Abschlusskollektion im Sprengel Museum Hannover. Im Interview sprechen sie über ihre Kollektion, ihre Inspirationsquellen, kommende Trends und über die Zukunft ihres Labels Hoertingersolak.


1. Was ist das Thema eurer Abschlusskollektion und wieso habt ihr das ausgewählt?

Dennis: Das Thema ist recht kompliziert (beide lachen). Dass wir beide zusammen arbeiten, hat einen bestimmten Grund, denn wir sind zwei ganz unterschiedliche Menschen, was wir in unsere Kollektion mit einbauen. Nichts desto trotz verstehen wir uns sehr gut auf designtechnischer Ebene und ergänzen uns gegenseitig.
Hakan: Unser Thema ist recht breit gefächert. Wir kombinieren zum Beispiel Geschichte mit dem Zeitgeist und dem Trend, dem auch andere Designer folgen, unter anderem Prada.

2. Wie waren die letzten Wochen für euch, in denen ihr intensiv mit den Vorbereitungen für eure Abschlusskollektion beschäftigt wart?

D: Die letzten Wochen waren sehr, sehr anstrengend und werden jetzt noch um einiges stressiger. Wir arbeiten praktisch 24/7 an unserer Kollektion und natürlich kommt es hin und wieder vor, dass man sich gegenseitig auf die Nerven geht. Allerdings haben wir nie einen Konflikt aus designtechnischen Gründen, sondern viel mehr aus zwischenmenschlichen Gründen, die hin und wieder vorkommen..

3. Woher bezieht ihr eure Inspiration?

D: Das kommt immer drauf an. Hakan bezieht seine Inspiration z.B. von woanders als ich. Ich bin eher im Puls der Zeit und schaue, wohin andere Labels zielgruppenspezifisch gehen. Hakan hingegen trennt sich völlig von den Trends und bezieht seine Inspiration aus der Geschichte und der Kunst.
H: Das kommt aber wahrscheinlich auch von unseren Erfahrungen, die wir gesammelt haben. Dennis war in New York, wo man eher dem Trendgeist folgt. New York ist sportlich, modern und cool. Und ich war in Paris bei Wunderkind, dem Label von Wolfgang Joop, und das ist ja das verträumte, rüschige Label.

4. Was hat euch dazu verleitet, Modedesign zu studieren?

H: Ich war eigentlich schon immer an Kunst und Mode interessiert. Mode ist einfach das, wo ich mich wohl fühle und ohne sie fehlt mir etwas im Leben. Daher war es ganz schön etwas zu finden, dass ich privat mache, wie Gestaltung, und und mit der Mode verbinden konnte.
D: Ich wollte kreativ sein. Ich habe auch schon am Band gearbeitet, aber das war alles nichts für mich. Lange Zeit war ich in einer Punk Band, wo ich ebenfalls kreativ sein konnte.
Ich finde es gut, ein Handwerk zu beherrschen und dabei seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und das kann man beim Modedesign perfekt kombinieren.

5. Was ist derzeit euer Lieblingstrend?

D: Ich glaube, für einen Designer ist ein Trend nicht unbedingt ein Lieblingstrend oder ein Trend den er nicht mag, sondern Trends, die man akzeptieren muss. Jetzt kommen z.B. die 70er wieder, mit breit geschnittenen Hosen, und das sind einfach Trends, die wir als Designer akzeptieren müssen (wir finden ihn aber gut). Ich verstehe warum der Trend kommt, wir hatten lange Zeit die Skinny Jeans und wenn deine Mutter anfängt das zu tragen, was du trägst, dann weißt du, dass es langsam an der Zeit für einen neuen Trend ist.

6. Was wird eurer Meinung nach ein Must-Have diesen Herbst?

Felltaschen. Fell ist jetzt In. Schlaghosen. Samt. Und diese ganze „Bademantel-Mode“, aber im Komplett-Look, wo man auch seine Schlafanzughose dazu anzieht. Also eine Hose, die sehr weit geschnitten ist zu einem Mantel, der wie ein Bademantel aussieht.

7. Ihr seid ja aus Hannover (oder Umgebung). Was fehlt eurer Meinung nach Hannover modisch gesehen?

D: Ich kann gar nicht sagen, was Hannover fehlt. Hannover ist eine Industriestadt und erfüllt ihren Zweck so wie sie muss. Berlinz.B. ist was ganz anderes, es ist eine Künstlerstadt mit Geschichte, genauso wie Hamburg. Und dort ziehen auch die meisten jungen Leute hin, deswegen geht dort modisch gesehen mehr als in Hannover. Hannover ist einfach eine Industriestadt und deswegen ist hier auch gar nicht das Verlangen danach.

8. Wie würdet ihr euren eigenen Look beschreiben?

H: Ich trage meistens schwarz oder auch Jeansstoff und bunte Socken. Ich bin da eher weniger experimentierfreudig.
D: Ich ändere meinen Stil eigentlich ständig. Im Sommer hatte ich z.B. eine Glatze und einen Schnauzer, jetzt hab ich einen Vollbart, den ich aber auch bald wieder abrasieren werde.

9. Was sind eure Pläne nach dem Abschluss?

Schlafen.
Alles andere ergibt sich noch, vielleicht finden wir einen Sponsor, der uns unterstützt.
Vor allem aber machen wir weiter. Es wird auf jeden Fall im Herbst die nächste Kollektion geben.

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